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   Freitag, Juni 18, 2010 strich
  böse, böse Anwohner
Wer war zuerst da, der Platz oder die Anwohner?

Gewonnen!

So, und jetzt aber ernsthaft!

Auch durch zahlreiche Berichterstattungen in den Medien ist der Platz mittlerweile ziemlich angesagt.

Gegen draußen billig zu saufen ist ja erstmal auch nichts zu sagen.
Dennoch ergeben sich daraus mittlerweile einige Probleme, die nicht nur enorm viel Geld und Energie schlucken, sondern auch für richtig dicke Luft sorgen und dazu führen könnten, dass sich bald niemand mehr so richtig wohl hier fühlt.

Denn leider haben sich in den lauen Nächten dieses Jahres die Vermüllungsorgien rund um die Kirche gesteigert, und ständig kommen neue Leute, die es anscheinend durchaus cool und "urban" finden, mal so richtig zu feiern, bis die Scherben klirren. Die alle "das erste Mal" auf dem Platz sind. Egal, wenn dabei in jede dunkle Ecke geschissen wird und der Müll liegen bleibt. Spät gehen sie dann wieder in ihre eigenen Viertel und Außenbezirke, wo es so etwas nicht gibt. Wo sie ihren leeren Wodka-und Sektflaschen, Fastfood-Verpackungen, Kippen und Scherben am nächsten Morgen nicht mehr sehen müssen. Wo alles brav und spiessig ist. Und ruhiger.

(Das wäre mal ein Erwachen wert; an einem Morgen nach einer lauen und lauten Nacht über den Brüsseler Platz zu gehen und sich die Müll-und Scherbenhaufen anzusehen.)

Einige Anwohner finden das allerdings nicht lustig. Es hallt und schallt von den Kirchenwänden zu den Häuserfronten bis drei Uhr nachts und später, und viele Schlafsuchende müssen morgens früh raus. Übrigens werden die zahlreichen Entmüllungs-Extraschichten der AWB den Anwohnern aufgedrückt. Was im Klartext heisst, dass die Anwohner auch noch für die Feierei zahlen müssen. Wir möchten diejenigen unter den Besuchern sehen, die das alles fair finden. Mal ehrlich.

Wir von Querbeet sind keine Schrebergärtner und keine "Handvoll-Leute", sondern eine dem Platz sehr wohl gesonnene große Gruppe von Leuten, die in ihrer Freizeit ohne Bezahlung und aus eigener Tasche für alle eine grüne Oase schaffen, die es in den Innenstädten von Großstädten so nicht gibt. Vor sechs Jahren haben wir den Platz von den Ratten befreit, Platten zum Draufsitzen für die Besucher installiert, die Flora und Fauna belebt, und mittlerweile finden sehr viele Menschen den Platz als Oase klasse, um welche Uhrzeit auch immer.
Nur, da gibt es mittlerweile immer mehr Besucher, die es als ihr Bürgerrecht und als Kavaliersdelikt ansehen, ihren Verpackungsmüll, ihre leeren Flaschen, ihre Kronkorken und Kippen auf dem Platz zu hinterlassen, ihre Scheiße und Pisse in die Beete zu setzen... alles einfach nur liegenlassen... und wenn es nur Kleinscheiß ist. Was ist das für eine Einstellung öffentlichen Plätzen gegenüber?

Alles nur Einzelfälle? Rechnen wir das mal an einem Abend hoch, kommen  wir auf 9 Wildpinkler in einer Stunde, die wir aus den Beeten geholt haben, sind wir bei mindestens 50 Urinlachen in einer Nacht. Den Gestank müssen die Anwohner am nächsten Morgen ertragen. Dabei haben wir ein feines Urinal 20 Meter vom Mittelgang entfernt!
Plus die 3 Kronkorken im Schnitt und 10 Kippen pro Person und das am Abend mal 200/300/400 Personen... Kleines Rechenspiel. Und die AWB holt den Müll NICHT aus den Beeten!

Ist überhaupt nicht lustig, nach jeder belebten Nacht die Beete von Hunderten von Kippen, Einwegflaschen, Fastfoodresten und Kacke zu befreien. Freut nur die Ratten.
Und macht uns extrem viel Mehrarbeit.

Es sind einige Besucher , die sich komplett ignorant verhalten, und manche Gäste gehen mittlerweile pfleglich mit dem Platz um. Dennoch reicht die Anzahl derer, die sich komplett daneben benehmen, um viele Anwohner und die Pflanzer zur Verzweiflung zu bringen.
Wir sind nicht an "Mama-ist-nicht-da-und-trotzdem-macht-jemand-meinen-Müll-weg"-Leuten interessiert.
Wir finden es klasse, wenn die Leute fair mit einem Platz umgehen, auf dem sie sich gerne aufhalten. Da könntet Ihr eigentlich ein wenig mithelfen.


Könnt Ihr gerne weitersagen!













   Samstag, Januar 02, 2010 strich
  2010!

Ein heftiges Jahr liegt hinter uns.
Nach reichlicher Neubepflanzung und mit Dank an die vielen Helfer und Spender haben wir noch kurz vor Weihnachten die Beete mit LKW- Ladungen voll Mulch winterfest gemacht.

Wir haben uns sehr gefreut, dass es trotz des Gegenwindes auf dem Platz so viele helfende Sympathisanten gab, die nicht nur abfeiern wollten, sondern mit angepackt haben und dem Platz wieder zum Blühen verholfen haben.

Möge es sich noch weiter herumsprechen, dass der Platz als grüne Oase einen besonderen Schatz in der Kölner Innenstadt darstellt, der als Sauf-Oase seine Grenzen zeigt.

Klar, es wird wieder jede Menge Vorstädter und Zugereiste und Ringbesucher geben, die den BP tagsüber nicht kennen.
Doch geben wir die Hoffnung nicht auf, dass es immer mehr  Freunde und Liebhaber des Platzes geben wird, die helfen und kommunizieren werden, dass Ignoranz und Vandalismus das kaputt machen, was sie erhalten möchten.

Auf gute Zusammenarbeit im neuen Jahr!
Euer "Querbeet"